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Von Deutschland in die Schweiz: About Swiss

29 July, 2019 17:18  Erin Erin

Maik About Swiss Hoi Zäme. Ich bin Maik, 39 Jahre alt, komme gebürtig aus dem schönen Dresden und betreibe in meiner Freizeit die Internetplattform „About Swiss – Auswandern Schweiz“.

Zur Ausbildung habe ich, wie viele aus meiner Generation,  Sachsen den Rücken gekehrt. Nachdem ich einige Jahre in Münster, Bocholt und Hamburg gelebt habe, hat mich eine Urlaubsreise nach Griechenland, auf der ich meine Partnerin kennengelernt habe, in die schöne Schweiz geführt.

Bitte nicht wundern warum ich kein ß im Interview verwende. Dieses gibt es im Schweizer Alphabet nicht und ich habe mich mittlerweile vollkommen daran gewöhnt.

1. Warum hast (bist) du ins Ausland umgezogen?

Für mich zugleich der beste Grund zum Auswandern, die Liebe. Nach einem Jahr Fernbeziehung mussten wir uns entscheiden. Wenn wir die Beziehung ernsthaft weiter führen wollen, muss einer von beiden Auswandern. Da es bei mir recht schnell bei der Jobsuche lief war die Entscheidung einfach.

2. Woher hast du (beziehst) du dein Auskommen (Einkommen) (Arbeiten? Erzähl uns von deinem Erlebnis)?
Ursprünglich habe ich Kaufmann im Einzelhandel mit Fachrichtung Sportartikel gelernt. Aufgrund besserer Rahmenbedingungen und Perspektiven bin ich nach meinem Umzug nach Hamburg in die Möbelbrache gewechselt. Mit Blick auf die Schweiz war dies sicher die richtige Entscheidung. Der Branche bin ich in der Schweiz treu geblieben. Der direkte Kontakt im Verkauf mit vielen Schweizern hat mir beim Verstehen des Schweizerdeutschen enorm geholfen. Auch wenn es am Anfang sehr anstrengend war, es hat sich gelohnt und das Verstehen der Sprache ist für eine gute Integration unerlässlich. In der Zwischenzeit habe ich eine Weiterbildung im Bereich Online-Marketing abgeschlossen und bin nun zu 80% im E-Commerce und 20% als Wohnberater tätig.

3. Wie oft kommunizierst du mit deiner Familie und mit deinen Freunden, die noch in Deutschland wohnen?  Und wie (Skype, Facebook, usw…)?
Wahrscheinlich viel zu wenig. Mit meinem Eltern in der Regel 1x die Woche per Telefon. Mit Freunden und Verwanden sehr unregelmässig und häufig per Whatsapp. Damit die Beziehungen in die Heimat besser und intensiver wären, müsste ich hier sicher mehr tun. Mit der Zeit schlafen so natürlich nach und nach Kontakte ein.

4. Was liebst du am meisten an der Schweiz?
Am meisten ganz klar die Natur und ihre Möglichkeiten. Die zahlreichen Seen und Flüsse bieten im Sommer viel Erfrischung und Ausgleich zum Arbeitsalltag. Die Berge bieten im Frühling bis Herbst unzählige Wandermöglichkeiten in allen Schwierigkeitsgraden mit atemberaubenden Aussichten. Im Winter kann ich hier meiner Leidenschaft dem Wintersport (Skifahren und Schlitteln) nachkommen. Im Gegensatz zu meiner Zeit in Deutschland geniesse ich hier zum ersten Mal echte finanzielle Unabhängigkeit und jede Menge persönlichen Freiheiten. Auch in der Schweiz gibt es klare Regeln und Gesetze, aber im Gegensatz zu Deutschland wird hier mehr auf Eigenverantwortung gesetzt, was ich sehr schätze.

5. Was ärgert dich am meisten in der Schweiz?
Im Schweizerdeutschen nennt man es Bünzlitum, auf Hochdeutsch am ehesten vergleichbar mit Spiessbürgertum. Auch wenn es eher die Minderheit der Schweizer sind, die so kleinkariert Denken: Penetrante Blicke und ständige Hinweise auf persönliches Fehlverhalten, können schon manchmal sehr nerven.

6. Was fehlt dir am meisten?
Bestimmte deutsche Spezialitäten, wie Fleischsalat, deutsche Backwaren, die Vielzahl an Brotaufstrichen und deutsches Brot. Aber all diese Sachen schmecken dann  umso besser, wenn man mal wieder auf Heimaturlaub ist. Was mir aber am meisten fehlt, sind die griechischen Restaurants in Deutschland. Sowas kann man in der Schweiz lange suchen oder muss sehr weit fahren. Dafür gibt es hier aber jede Menge richtig gute thailändische Restaurants. Das klingt jetzt wahrscheinlich alles sehr verfressen, aber für mich ist Essen ein grosses Stück Kultur. Wohl ein Grund dafür, warum es auf meiner Internetseite eine Bereich Rezepte aus der Schweizer Küche gibt.

7. Was hast du getan, um neue Leute zu treffen und dich in dein neues Zuhause zu integrieren?  
Nicht wirklich viel. Dank meiner Partnerin hatte ich es mit Sicherheit einfacher als andere Auswanderer und war nie wirklich allein auf mich gestellt. Durch meinen Beruf bin ich sowieso ständig mit Menschen in Kontakt und konnte so die Sprache schneller lernen.

8. Welche Gewohnheit findest du am seltsamste (seltsamsten) um (in) deine (deiner) Wahlheimat?
Die Schweizer sind völlig verrückt auf Kaffee, nach den Mahlzeiten gehört es schon fast zum Pflichtprogramm. Jeder Kinofilm egal wie kurz er ist, wird mit einer obligatorischen Pause unterbrochen, wahrscheinlich um den Kaffeedurst zu löschen. ;-)

9. Was ist ein Mythos über deine Wahlheimat?
In der Schweiz sind alle reich. Armut gibt es auch in der Schweiz, die Armutsgrenze fängt nur höher an. Wer als Einzelperson weniger als 2‘250 Franken zur Verfügung hat ist unter der Armutsgrenze und wird grosse Schwierigkeiten haben über die Runde zu kommen.

10. Welchen Rat würdest du anderen Expats geben?
Sei tolerant und aufgeschlossen. Vergleich nicht immer alles mit Deutschland, es hat schon seinen Grund, warum es hier so gemacht wird wie es gemacht wird. Hobbys und Vereine bieten schnelle Anschlussmöglichkeiten in der neuen Heimat.  

11. Wann und warum hast du dein Blog begonnen?
About Swiss habe ich im November 2013, zwei Jahre nach meiner eigenen Auswanderung, eröffnet. Das Ziel war und ist es bis heute, meine eigenen Vorbereitungen und Erfahrungen aus der Auswanderung für alle frei verfügbar zu machen. Bis dahin bestehende Seiten zum Thema Auswanderung in die Schweiz, waren entweder technisch veraltet oder gegen Bezahlung. Zusätzlich hat der Aufbau der Seite mir auch geholfen die Auswanderung gut zu verarbeiten und mich persönlich weiterzuentwickeln.

About Swiss 12.  Wie ist dein Blog nutzbringend?
Auf About Swiss sind alle wichtigen Informationen rund um das Thema Auswanderung in die Schweiz gebündelt und strukturiert zusammengefasst. Wer sich durch die einzelnen Punkte im Schweiz-Handbuch klickt, wird seine Auswandern Schritt für Schritt gut organisiert vorantreiben können. Beliebte Fehler, wie den Führerschein nicht umzuschreiben,  und kulturelle Fettnäpfchen werden so vermieden. Mit dem Budgetplaner bekommt man ein gutes Hilfsmittel, damit die Auswanderung nicht in einem finanziellen Fiasko endet. Im Schweizerdeutsch Wörterbuch kann man sich inhaltlich und akustisch bereits an das Schweizerdeutsch gewöhnen. Zumindest das Verstehen des Schweizerdeutschen ist in der Deutschschweiz unumgänglich. Für das Kulinarische gibt es jede Menge Rezepte aus der Schweizer Küche. Wem das nicht genug ist, findet im Forum Antworten auf noch offene Fragen und Anschluss an Gleichgesinnte.  

Blog LinkBlog: About Swiss

 

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