De la France à la Roumanie :...   De la France au Koweït : Liz...

Von Dubai nach Dänemark nach Deutschland: Job im Ausland

19 November, 2018 19:27  Erin Erin

Job im AuslandHinter job-im-ausland.info stehen Kyra & Johannes.  Wir haben als Expats vielerlei Erfahrungen gesammelt:
als Expat-Kind in Asien geboren, Auslandsstudium in China, Auslandspraktika in Kalifornien und Großbritannien, erfolgreiche Jobsuche im Ausland, Expat-Leben in Skandinavien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Geburt unserer Kinder im Ausland, Umzüge von und nach Deutschland und zwischen Expat-Stationen, Rückkehr in die Heimat …. Wir haben also alle Phasen des Expat Lebens erlebt.

Immer wieder haben uns Freunde und Kollegen nach unseren Erfahrungen als Expats gefragt. Irgendwann haben wir begonnen, Antworten und Geschichten aufzuschreiben. Und vor allem Dinge, die wir selbst gerne gewusst hätten, bevor wir uns ins Abenteuer gestürzt haben.  Daraus entstand unser Blog.

1. Warum hast (bist) du ins Ausland umgezogen?
Eigentlich wollten wir gar nicht ins Ausland. Ganz im Gegenteil. Wir hatten gerade eine neue Wohnung in München bezogen.  Johannes war auf der Suche nach einer neuen Rolle im seinem Unternehmen.  Damals bekam er den Rat: “such’ dir nicht die richtige Rolle, such’ dir den richtigen Manager”. Auf die Rückfrage “Und wo finde ich den?”, kam dann die Antwort: “Rede doch mal mit Rachel in Dubai”. Die Antwort darauf hieß dann: “Bist du bekloppt? Kannst du vergessen. Da ziehe ich auf keinen Fall hin.” Es kam anders und ein paar Wochen ging es nach Dubai.

Dort kamen dann auch unsere Kinder auf die Welt. Schnell erkannten wir, dass wir nicht wollen, dass sie dort aufwachsen. Denn wir wollten nicht, dass sie das Leben in Dubai als normal erachten. Außerdem war uns wichtig, dass sie europäische Werte lernen. Deshalb sind wir weiter nach Kopenhagen gezogen. Das Leben und Arbeiten in Dänemark war natürlich der maximale Kontrast zu Dubai.

Inzwischen leben wir wieder in einem kleinen Dorf in Deutschland. Der Schritt zurück inklusive umgekehrtem Kulturschock war übrigens deutlich schwieriger als alles, was wir im Ausland erlebt haben.

2. Woher hast du (beziehst) du dein Auskommen (Einkommen) ?
Vor dem Umzug nach Dubai hatte Kyra ihren Traumjob bei einer skandinavischen Bank. In Dubai einen Job zu finden war zunächst schwierig. Erst als wir ein gutes Netzwerk hatten, gab es Jobangebote. Jedes Mal, wenn ein Angebot konkreter wurde, haben wir erfahren, dass wir Nachwuchs erwarten bzw. Dubai wieder verlassen.  In Dänemark hat Kyra dann – wieder über unser Netzwerk – einen Job gefunden, der ihr eher schlecht als recht gefallen hat. Nach der Rückkehr nach Deutschland ging die Jobsuche von neuem los. Bei einer Bewerbung wurden einige nach Referenzen verlangt. Deshalb hat Kyra eine Kollegin bei der skandinavischen Bank kontaktiert und gefragt, ob sie als Referenz zur Verfügung steht. Statt der Referenz hat sie allerdings ihren alten Traumjob wieder zurückbekommen. Denn der war gerade wieder frei geworden.

Johannes arbeitet bei einem großen IT Konzern. In Dubai war er für Geschäftskunden-Marketing im Mittleren Osten und Afrika verantwortlich. 79 Länder mit Krieg und Frieden, mit größtem Reichtum und extremer Armut, mit unterschiedlichsten Sprachen, Kulturen und Marktbedingungen. Viel mehr Gegensätze gehen kaum. Deshalb war der Job super spannend. Die Gesamtverantwortung für das Marketing in Dänemark und Island war dagegen fast schon langweilig. Wären da nicht die Eigenarten der Dänen gewesen.

3. Wie oft habt ihr mit eurer Familie und mit euren Freunden in Deutschland kommuniziert?  Und wie (Skype, Facebook, usw…)?
Am Anfang wollte jeder wissen, wie es uns geht. Es gab kaum Abende an denen wir nicht mit Familie oder Freunden in der Heimat geskypt haben. Leider hatte das den Effekt, dass es lange gedauert hat, bis wir richtig angekommen sind. Denn neue Freunde vor Ort haben wir so nicht gefunden. Wir sind dann dazu übergegangen, Updates, Bilder und Geschichten in einer geschlossenen Facebook Gruppe zu posten. Das hing auch damit zusammen, dass die Behörden den Zugang zu Skype gekappt haben, um die Einnahmen der staatlichen Telekommunikationsunternehmen zu steigern. Nach der Geburt unserer Kinder im Ausland ist die Skype-Nutzung (via VPN) natürlich wieder rasant angestiegen.

Im ersten Jahr hatten wir ständig Besuch – sei es aus Interesse an uns, sei es, weil Dubai ja auch ein ganz attraktiver Ort ist. Ab dem zweiten Jahr wurde das weniger. Die echten Freunde sind aber regelmäßig vorbeigekommen – auch im dänischen Winter.

4a. Was liebst du am meisten in Dubai?
Ganz klar: die Diversität. Die Zusammenarbeit mit Kollegen aus den verschiedensten Ländern mit ihren unterschiedlichen Arbeitsstilen, Denkweisen, Stärken und Schwächen macht das Arbeiten in Dubai unglaublich spannend. Und natürlich auch das vielseitige Angebot an internationaler Küche. Den “Dubai Stone” - also den Effekt, dass man nach dem Umzug nach Dubai 5kg zunimmt – haben wir jedenfalls am eigenen Leib erfahren.

4b. Was liebst du am meisten in Dänemark?
Hier würde ich zwei Punkte nennen: das entspannte Arbeiten und die familienfreundliche Kultur nahezu aller Firmen. Insbesondere an die Firmenausflüge mit Familie zum Weihnachtsbaumschlagen und Tanzen um den Juletræ erinnere ich mich sehr gerne. Und auch hier muss ich das Essen erwähnen. Insgesamt ist die dänische Küche zwar relativ eintönig. Es gibt allerdings einige Highlights: den Ny Nordisk Stil und (auch wenn’s komisch klingt) Smørrebrød – das Sushi des Nordens.

5a. Was ärgert dich am meisten in Dubai?
Wohnen in Dubai kann ganz schön nervig sein. Die Wohnungen sind auf den ersten Blick zwar toll. Man darf sich aber von der Aussicht auf das Glitzern der Marina und den vermeintlich edlen Materialien in der Wohnung nicht blenden lassen. Oft hakt es an der Verarbeitung. Oder an Dingen unter der Oberfläche. Die Abwasserleitungen sind mit Gefälle in die falsche Richtung verlegt worden. Die Badewanne mit 200 Litern Fassungsvermögen sieht super aus – das Wasser dafür wird aber von einem 30 Liter-Boiler erhitzt. Der Landlord findet das nicht abwegig. “Wer will bei dem Wetter dort schon heiß baden?” Wenn dann noch der Müllschacht regelmäßig verstopft ist und sich der Müll 4 Stockwerke stapelt, weil mal wieder jemand einen Pizzaschachtel reingeworfen hat, sehnt man sich schon mal nach seiner Studentenbude. Weil man die Miete ein Jahr im Voraus gezahlt hat, ist ausziehen keine Option. Und trotz der deutlichen Mieterhöhung verlängert man dann trotzdem. Denn die Wohnungssuche war selbst mit Relocation Service anstrengend genug. Ohne will man sich das erst gar nicht antun.

5b. Was ärgert dich am meisten in Dänemark?
Die dänischen Entscheidungsprozesse haben mich beinahe verzweifeln lassen. Viele Entscheidungen werden entweder gar nicht, oder nur im Konsens getroffen. Gelegentlich kommt es auch vor, dass eine Entscheidung nur vermeintlich getroffen wurde. Die radikale Kurskorrektur, die man auf Initiative des Expats aus Deutschland beschlossen hatte, wird ebenso kollektiv wie konsequent nicht umgesetzt. Zu deutlicher Widerspruch gegen die Pläne hätte eben die Hygge im Büro gestört.

6. Was hat dir im Ausland fehlt dir am meisten gefehlt?
Wirklich gutes Sauerteigbrot. Mit einer knusprigen Kruste. Mit einer würzigen, dunklen, leicht feuchten Krume. Im Ausland ist das kaum erhältlich. Natürlich ist man als Expat weltoffen und genießt die kulinarische Vielfalt des Landes in der man lebt. Beim Gedanken an Schwarzbrot entwickelt man trotzdem so etwas wie Heimweh. Deshalb habe ich gelernt, selbst Brot zu backen.

7. Was hast du getan, um neue Leute zu treffen und dich in dein neues Zuhause zu integrieren? 
In Dubai war das vergleichsweise einfach. Weil dort die meisten Expats nur wenige Jahre bleiben, braucht jeder ständig neue Freunde. Deshalb gibt es dort eine regelrechte Infrastruktur zum Kontakteknüpfen: zB einen Coffee Morning der deutschen Community und den German Emirates Club. Dazu kommt, dass die meisten Kollegen auch Expats sind und man sich auch oft privat mit Familie trifft. Trotzdem war gerade die Anfangsphase schwierig.  Johannes wollte sich im neuen Job beweisen und hat viel gearbeitet. Kyra saß im Hotel, hatte nichts zu tun und keinerlei sozialen Kontakte. Nach einiger Zeit hatten wir eine neue auf die Dinge: die Suche nach Freunden ist wichtig und war fortan Kyras Job.  

In Dänemark war es schwieriger. Abgesehen davon, dass die Stadt Kopenhagen einmal im Jahr einen Empfang für Expats veranstaltet, gab es wenig Gelegenheiten. Auch die Kollegen waren wesentlich reservierter. Erfolgreich waren wir am Ende über unsere Kinder.

8. Welche Gewohnheit fandest du am seltsamsten in deiner Wahlheimat?
Immer wenn in Dubai ein neuer Expat Kollege ankam, war eine der ersten Fragen meiner (britischen) Chefin: “Hast du schon die Einwilligung von HR bekommen, dass du Alkohol trinken darfst?” Was zunächst nach einem Scherz auf Kosten des Neuankömmlings klingt, war allerdings vollkommen ernst gemeint. Einwohner von Dubai brauchen – im Gegensatz zu Touristen – eine Alkohol-Lizenz. Sonst sitzen sie auf dem Trockenen. Und der Sponsor, der für das Visum des Expats verantwortlich ist, muss schriftlich erklären, dass es keine Einwände gegen die Erteilung der Lizenz gibt. In den meisten Fällen ist der Sponsor der Arbeitgeber – in Form der Personalabteilung.

Wie alle Formalitäten dauert diese schriftliche Einverständniserklärung schon mal ein paar Tage. Die ersten Kontaktpunkte zur Personalabteilung bestehen deshalb darin, regelmäßig darauf hinzuweisen, dass der Durst langsam unerträglich wird.

9. Was ist ein Mythos über deine Wahlheimat?
Zu Dubai gibt es natürlich eine Tonne von Mythen: zum Beispiel von Raubkatzen, die auf der Autobahn aus Autofenstern schauen oder über Hummer Offroad Fahrzeuge, die HH der Scheich an Leute verschenkt, die in der Wüste stecken geblieben sind.

Aber ich glaube, wir nehmen an dieser Stelle mal Dänemark. Das Bild, das wir von unseren Nachbarn im Norden haben – und das von der Presse immer wieder gezeichnet wird, sieht ja ungefähr so aus: die glücklichsten Menschen der Welt, immer gut gelaunt, weltoffen und liberal. Allen geht es gut und Probleme gibt es praktisch keine. Natürlich existiert dieses Märchenland in der Realität nicht. Oft ist Dänemark bzw. Ganz Skandinavien mehr Stieg Larson als Inga Lindström. Viele Expats machen die Erfahrung, dass die Dänen gar nicht so offen sind. Im Gegenteil, es ist oft ziemlich schwierig, mit Dänen außerhalb des Jobs in Kontakt zu kommen.

10. Welchen Rat würdest du anderen Expats geben?
Unserer Meinung nach sollte man das Expat Leben nicht auf Job und Karriere reduzieren. Klar kann Auslandserfahrung eine Karriere voranbringen - aber auch bremsen. Der wirkliche Wert der Auslandserfahrung liegt außerhalb des Jobs. Man bekommt einen anderen Blick auf sein Heimatland, die Konventionen dort – und auch sich selbst. Durch das Leben im Ausland wird man selbstreflektierter – das hat kürzlich auch eine Studie der Columbia University bestätigt. Der Kulturschock, die Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur und mit einem neuen Wertesystem und die Art und Weise, wie man sich selbst in der fremden Umgebung definiert, stärken die eigene Persönlichkeit. Man kann nicht zuletzt heiß diskutierte Fragen wie Integration und Assimilation wesentlich differenzierter bewerten. Dabei ist es gar nicht entscheidend, ob das Gastland ob man in einem Nachbarland oder am anderen Ende der Welt ist. Oft sind es die kleinen Unterschiede zwischen Kulturen, die am schwierigsten zu navigieren sind. Deshalb ist unser Rat: Antennen aufstellen, Die kulturellen Unterschiede bewusst wahrnehmen. Die Schwierigkeiten, die daraus entstehen, und auch gelegentliches Scheitern genießen. Daraus entsteht ist der wirkliche Wert der Auslandserfahrung.

11. Wann und warum hast du dein Blog begonnen?
Wir hatten zwar während unserer Zeit im Ausland schon eine geschlossene Facebook Gruppe mit Geschichten, Bildern und Updates für Freunde. Der Blog ist aber erst entstanden, als wir zurück in Deutschland waren. Wir haben immer wieder ähnliche Fragen zum Leben im Ausland bekommen. Sowohl allgemeine: Wie findet man einen Job im Ausland?Als auch gezieltere: Welche Staatsbürgerschaft haben eigentlich Kinder von Deutschen, die im Ausland geboren sind?  Welche Wohnviertel in Dubai würdet ihr empfehlen? Oder: Wie steht es um die Frauenrechte in den VAE? Es gibt also offensichtlich ein gewisses Interesse an Themen rund um das Leben als Expat. Daher lag es nahe, eine Website aufzubauen.

Job im Ausland 12.  Wie ist dein Blog nutzbringend?
Wir wollen ein Ratgeber für angehende Expats sein. Gerade in der Vorbereitungsphase und zum Anfang des Expat Lebens hat man ja viele Fragen und eine gewisse Unsicherheit. Vielleicht können andere ja von unseren Erfahrungen profitieren. Deshalb gibt es Checklisten, praktische Tipps und wichtige Links. So einen Umzug ins Ausland macht man eben nicht allzu oft. Manche Spedition nutzt die geringe Erfahrung ihrer Kunden aus. Ähnlich sieht es beim Arbeitsvertrag aus. Welche Benefits kann man als Expat heraushandeln bzw. seinen Angestellten bieten? Soll ich mich besser entsenden oder mit einem lokalen Vertrag im Ausland anstellen lassen? Wir haben oft gedacht: “Hätte ich das nur vorher gewusst”. Also stellen wir diese Infos zukünftigen Expats zur Verfügung.

Wir freuen uns übrigens über jede Frage, die uns gestellt wird.

Blog LinkBlog: Job im Ausland

 

Finden Sie mehr im unserer Leitfäden

 

To be considered for an interview (as well as other articles), add your blog to BlogExpat!

 

   



         
         EasyExpat on