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Von Hamburg nach Peking: Abenteuer China - Peking

05 March, 2018 08:50  Erin Erin

Abenteuer China: Peking Ich bin Linni, Ende 40, verheiratet, fünf Kinder und komme aus Hamburg (Deutschland). Ich wollte seit Jahren in eine einsame Stuga nach Schweden übersiedeln, doch das Leben hatte anderes mit uns vor: Seit Sommer 2015 lebe ich mit meinem Mann und unseren beiden jüngsten Kindern (*2004, *2006) in Peking (China) – gibt es einen krasseren Gegensatz zwischen Wunsch und Wirklichkeit? Die drei Großen sind schon erwachsen und in Deutschland geblieben.
 
1. Warum bist du ins Ausland umgezogen?
Mein Mann ist beruflich hier tätig und konnte immer seltener nach Deutschland reisen. Im September 2014 haben wir dann entschieden, dass die beiden Jungs noch das Schuljahr in Deutschland beenden sollten und wir im Sommer 2015 die Familie in Peking dann wieder zusammenführen. Die großen Kinder standen zum Glück alle schon auf eigenen Füßen.

2. Woher beziehst du dein Einkommen?
Ich habe keine chinesische Arbeitserlaubnis, von daher bin ich finanziell von meinem Mann abhängig. Ich empfinde das nicht als Problem, zum einen, weil wir schon immer einfach teilen, was wir haben, zum anderen, weil ich so viel Zeit für die Familie und vor allem auch für eigene Interessen, Fortbildungen, Hobbies, Aktivitäten habe – und natürlich für mein Blog http://ombidombi.de .

3. Wie oft kommunizierst du mit deiner Familie und mit deinen Freunden, die noch in Deutschland wohnen?  Und wie (Skype, Facebook, usw…)?
Wir kommunizieren vor allem per Skype, Facebook-Chat, WeChat, WhatsApp und auch per E-Mail. Aktuell ist es gerade spannend, weil – mal wieder – berichtet wird, dass VPNs in China geblockt werden sollen, womit Skype, WhatsApp und Facebook nicht mehr erreichbar wären. Mit unseren großen Kindern chatten wir am häufigstens, manchmal mehrmals täglich, mit Freunden in etwa in dem Rhythmus, in dem wir früher in Deutschland auch telefoniert/uns getroffen haben – mit manchen sogar mehr, mit einigen etwas weniger. Neben der Technik ist dabei das Hauptproblem die Zeitverschiebung.

All das ersetzt nicht den persönlichen Kontakt, deshalb sind uns die Heimatbesuche sehr wichtig – und Besuche von Freunden und Familie hier bei uns in Peking.

4. Was liebst du am meisten in China?
Ich mag die beeindruckenden Landschaften zum Beispiel in Yunnan und bei Guilin/Yangshuo, aber auch die Berge rings um Peking. Ich mag die Atmosphäre in den vielen Tempeln, ich mag natürlich die Große Mauer und die vielen anderen Sehenswürdigkeiten. Ich finde es großartig, dass ich die Zeit habe, nicht nur die Reiseführer TOP 10 anzusehen, sondern auch zu unbekannten und abgelegenen Tempeln, Parks, Museen fahren kann. Ich mag die – meisten – Menschen und die vielen kurzen Begegnungen im Alltag. Ich mag chinesisches Essen. Ich mag aber auch das Expatleben an sich, das viele Reisen können, die viele Zeit, die ich selbst gestalten kann. Es wird hier nie langweilig.

5. Was ärgert dich am meisten in China?
Wenn ich sprachlich an meine Grenzen stoße und auf andere angewiesen bin. Das größte Ärgernis ist allerdings der Smog. Auch wenn es in den 2,5 Jahren, die wir jetzt hier sind, schon spürbar besser geworden ist, ist die Luftqualität doch weit entfernt von dem, was ich aus Hamburg gewöhnt bin. (Es ist allerdings auch nicht so dramatisch, wie ich es vor der Ankunft in Peking befürchtet habe, man kann sich damit arrangieren.)

6. Was fehlt dir am meisten?
Die Nähe zu meinen erwachsenen Kindern, meiner Familie und zu meinen Freundinnen. Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Saubere Luft. Natur „direkt vor der Tür“. Guter Käse.

7. Was hast du getan, um neue Leute zu treffen und dich in dein neues Zuhause zu integrieren? 
Ich habe am Anfang an fast allen Veranstaltungen, die von der Pekinger Patengruppe organisiert werden, teilgenommen. http://www.dspeking.net.cn/menschen/patengruppe/index.asp Ebenso an denen von Schule und vom Compound. Hier in Peking gibt es wirklich viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen und neue Leute kennenzulernen. Und die deutsche Community ist wirklich hilfreich.

8. Welche Gewohnheit findest du am seltsamsten in deiner Wahlheimat?
Der Mangel an Privatsphäre in öffentlichen Toiletten.

9. Was ist ein Mythos über deine Wahlheimat?
„Chinesen essen nur Reis.“ – Sicher, Reis ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel, aber es wird wirklich nicht nur Reis gegessen. Es gibt auch eine unglaubliche Vielfalt von Nudeln (besonders hier in Peking und in Chinas Norden sind Nudeln wichtiger als Reis) und vielen anderen Gerichten. Wahr ist allerdings, dass das Essen eine immens wichtige Rolle spielt – und das ist gut, denn allein aus kulinarischen Gründen könnte man eine Chinareise in Erwägung ziehen.

10. Welchen Rat würdest du anderen Expats geben?
Nicht so viel Angst haben! Sich etwas zutrauen, denn man wächst ins neue Leben hinein. Nicht tun, „was man tun soll“, sondern den eigenen Weg finden.

11. Wann und warum hast du dein Blog begonnen?

Ich habe mit dem Bloggen (wieder) angefangen, als im September 2014 die Entscheidung feststand, dass wir nach Peking übersiedeln. Ich hatte dabei vor allem Freunde, Familie und Bekannte im Auge. Ich habe davor selber alles im Internet zum „Leben mit Kindern in Peking/China“ verschlungen, damals waren es leider noch weniger Blogs als es heute gibt. So wie ich die Erfahrungen anderer größtenteils ermutigend fand, ist das inzwischen auch ein Gedanke bei mir: Erfahrungen teilen.

Abenteuer China: Peking 12.  Wie ist dein Blog nutzbringend?
Ich glaube, dass es aus unterschiedlichen Perspektiven nützlich ist:

Für mich selbst:

  • weil ich gerne schreibe und so ein schönes Tagebuch unserer Pekingzeit habe
  • gleichzeitig sind wegen des Blogs viele Kontakte und sogar Freundschaften entstanden
Für andere:
  • Ich teile meine Erfahrungen und Sichtweisen. Andere mögen andere Erfahrungen machen, finden andere Dinge gut oder schlecht als ich. Aber in der Vielfalt der Blogs können sich „China-Neulinge“ oder „China-Interessierte“ doch ein eigenes Bild zusammenpuzzeln.
  • Meine Bloginhalte sind interessant sowohl für (angehende) Expats als auch für Reisende nach Peking und China.
  • Und nicht zuletzt freuen sich meine Familie und Freunde in Deutschland auch immer über neue Blogeinträge und den kleinen Einblick in unser Leben, auch wenn ich darauf achte, unsere Privatsphäre und vor allem die der Kinder zu schützen.

 

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